INDIEN (Nr. 3) – Reisen im verrückten Norden

Unter der heißen Sonne Goas und den entspannten Vibes hier im Süden scheint der Norden Indiens ganz weit weg zu sein. Und wenn du einen Blick auf die Landkarte wirfst, ist er das auch. Nicht ohne Grund wird Indien als Subkontinent bezeichnet. Hier zu reisen fühlt sich an, als wie wenn du 5 Länder auf einmal bereist. Nur dass die “Länder” hier Staaten sind. Am verrücktesten geht es für mich im Norden zu. Dort wirst du die größten Gegensätze finden. In ALLEM!

Ein paar Beispiele?

Veg (Vegetarische Gerichte, extrem ohne Ei, Zwiebel und Knoblauch) vs. Non-Veg =deftige Fleischgerichte z.B in Kashmir
Buddhisten in Dahrmshala vs. Moslems in Kashmir vs. Hindus außenrum
Himalaya vs. Flachland
superfreundliche Menschen vs. die Abzocker
extreme Armut vs. Millionäre
Hupkonzerte vs. Gebirgsdorfidylle

Das ist natürlich nur ein kleiner Auszug. Ob oder wie du mit diesen Gegensätzen umgehst ist wohl Typsache. Wie erwähnt liebe ich Extreme. Es macht meine Reise spannender, abwechslungsreicher und kein Tag ist wie der Andere (ACHTUNG! Stolpergefahr für Gewohnheitstiere).

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Einfach(er) durch Indien

Die größte Schwierigkeit ist wohl die passenden Orte und Transportmittel auszuwählen. Denn wo soll man eigentlich hin und wie kommt man von A nach B? Für deine persönliche Indienstarthilfe gibt es die besten Orte, Erfahrungen und Kurzinfos zu Nordindien von mir. (Die Reihenfolge kannst du auch als Reiseroute sehen).

Vermutlich bringt dich dein Flieger direkt nach Delhi. Du kannst dich dort in in das Chaos stürzen oder es erst mal hinter dir lassen und direkt weiter ziehen. Es verschafft dir eventuell einen besseren Start in diesem wunderbaren Land. Meine Empfehlung für deinen ersten Stop ist Amritsar.

 

  • Amritsar

Besichtige den Goldenen Tempel der Sikhs und mache einen Ausflug zur pakistanischen Grenze. Die außergewöhnliche Wagah-Grenzzeremonie (normalerweise am späten Nachmittag) bleibt dir bestimmt lange in Erinnerung.

Transport: von Delhi per Nachtbus oder Zug

Unterkunftstip: Jugaadus Eco Hostel

 

  • Jammu & Kashmir

Der nördlichste Staat Indiens war lange unter Verschluss und nur wenige Touristen zog es in die Gegend, wo Terroristen und Militär vorherrschten. Das Ganze hat sich zum Glück gewandelt und der Weg dorthin lohnt sich.
Rund um Jammu findest du traumhafte Gebirgsdörfer, tausende Tempel und den Pilgerort Katra. In den Bergen liegt der Vaishno Devi Tempel, einer der heiligsten Hindu-Tempel. 13 km geht es zu Fuß / auf dem Pferd bergauf und die Anmeldung direkt am Bahnhof / Eintrittsschein nicht vergessen (ansonsten hast du dich umsonst auf den Weg gemacht). Besonders beeindruckend ist die Zeremonie Morgens und Abends (beides gegen 6 Uhr), wenn die Gesänge aus dem Tempel dringen.

 

In Kashmir solltest du Sringagar mit seinem Dal-See, den vielen Hausbooten und der malerischen Berglandschaft nicht verpassen. Bergtouren auf eigene Faust sind immer noch nicht empfohlen und generell solltest du vor einer Reise dort hin immer die aktuelle Lage checken. Die letzten Monate war diese Region auch von starken Fluten betroffen.
Meine Empfehlung: Hazratbal Shrine (Klein-Mekka, wo eine Strähne von Prophet Mohammed verehrt wird), Shikara-Bootstour auf dem Dal-Lake und zu den schwimmenden Gemüsegärten, Spaziergang durch die Altstadt, Tulpen-Garten (nur im April/Mai), Pari Mahal für eine tolle Aussicht über den See.

 

Transport: nach Jammu mit Bus oder Zug (von Amritsar ca. 400 Rupees), nach Kashmir mit einem geteilten Taxi (Abfahrt ca. 4:00 Uhr Morgens am Busstand, ca. 700 Rupees)

 

  • Leh & Manali

Diese zwei Schönheiten musste ich auf meiner Route wetterbedingt leider auslassen, stehen aber immer noch weit oben auf meiner Liste. Ideal für Trekking- oder Motorradtouren im Mai / Juni über den zweithöchsten befahrbaren Pass der Welt.
Transport: direkt mit einem geteilten Taxi /Jeep von Srinagar

 

  • Dahrmshala / McLeod Ganj

Wolltest du schon immer mal sehen, wo der Dalai Lama so residiert? Im kleinen Ort McLeod Ganj, oberhalb von Dahrmshala befindet sich seine Residenz im Exil. Du kannst den Tempel in der Residenz besichtigen und den Gebetsgang außerum entlang spazieren. Nicht nur die Aussicht ist grandios, auch die Menschen vor Ort.

 

Falls du etwas Zeit hast, kannst du eine Wanderung zum Wasserfall unternehmen. Ca. 2 Stunden bergauf hinter dem Ort Daramkot (wo sich zahlreiche Israelis zusammen finden und die Bestellung “Tee+Pott” an der Tagesordnung ist) kannst du eine Runde baden gehen. Locals navigieren dich problemlos dorthin und es ist einfach zu finden.

Transport: mit dem Zug von Jammu nach Parankot (ca. 70 Rupees) und weiter mit dem lokalen Bus nach Dahrmshala (4 Stunden, ca. 90 Rupees), von dort ein geteiltes Taxi nach McLeod Ganj (ca. 20 Rupees). Einfache Verbindungen von Manali aus möglich.

  • Kalka / Shimla

Der einzige Grund dorthin zu fahren ist der legendäre Kalka-Shimla-Toytrain. Selbst für indische Verhältnisse fühlst du dich nochmal Jahre zurück versetzt, wenn der Zug sich seinen Weg durch die Berge und Wälder bahnt.
Shimla ist meiner Meinung nach total überbewertet. Die Aussicht ist schön, da die ganze Stadt auf Hügeln verteilt liegt. Falls du aber nicht gerade planst eine Trekkingtour dort zu starten oder dich unter die indischen Honeymoon-Urlauber mischen willst, solltest du schnell weiter starten

Transport: von Dahrmshala per Bus nach Chandigarh, umsteigen nach Kalka
Zugtickets für den Toytrain weit im voraus buchen! Extra Tipp, falls du keinen Sitzplatz mehr erwischt, komme mindestens eine Stunde früher zum Bahnhof und ergattere einen der unreservierten Sitzplätze im ersten oder letzten Wagon

Von Shimla kannst du weiter ziehen nach Uttarakhand (Haridwar, Rishikesh, Naanital, etc.) und von dort aus nach Varanasi oder direkt zurück nach Delhi
Transport: Nachtbus nach Delhi ca. 900 Rupees

  • Das goldene Dreieck

Natürlich ein Muss auf einer Indien-Reise. Oder möchtest du zum ersten Mal nach Indien ohne das Taj Mahal gesehen zu haben? Du kannst dich per Tuk Tuk und Metro durch Delhi schlagen (Sehenswert: Humayuns Tomb, Lotus Tempel, Akshardham Tempel, der größte hinduistische Tempel der Welt, und die Wassershow dort um 19:00 Uhr!), mit lokalen Bussen nach Mathura, Rindavan und Agra düsen und von dort aus den Zug oder Bus nach Jaipur (Sehenswert: Palast der Winde, Sonnenuntergang am Nahargarh Fort, Amber Fort, Monkey Tempel) erwischen. Die zweite Option ist eine der zahlreichen Touren zu wählen.
Das Taj Mahal besichtigst du am Besten früh Morgens, ohne Touristenherden.

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Was du nicht vergessen solltest:

Dein größter Feind in Indien ist “Zeit“.
Von A nach B brauchst du meistens mehr Zeit als geplant. Mehrfacher Transportwechsel (für Backpacker und alle “ich habe keinen persönlichen Fahrer mit Limousine”) ist normal und manchmal wirst du ganze Tage auf der Straße verbringen. Ohne wirklich voran zu kommen –> HALLO STAU!

 

Packliste für Indien:

  • gute Nerven
  • Freundlichkeit und (höfliche) Englischkenntnisse “Sir” und “Madam”  sind an der Tagesordnung und Fluchen (Fuck, etc.) ist nicht üblich
  • Verhandlungsgeschick für Tuk Tuks und Taxis
  • viel Zeit
  • etwas Menschenkenntnis

Generell ist alleine reisen problemlos möglich und irgendjemand ist immer in der Nähe, um dir mit Infos zu Bussen und Zügen zu helfen oder kleine Verständigungsschwierigkeiten zu lösen.

 

Du willst mehr über Indien wissen und deine Backpackingtour dort auf die Reihe kriegen?
Mehr nützliche Tipps folgen, Wiedersehen macht Freude (und Kommentare auch ;))!

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